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La Cantina

Weine und Spezialitäten aus Italien
Antiquitäten und Accessoires

Samstag, 18. August 2018 um 20:00 Uhr

Wie jedes Jahr im August laden wir – die Veranstalterin Barbara Markus und der Schauspieler und Sprecher Martin Pfisterer – ein ...

Zur 12. Thomas-Bernhard-Nacht im La Cantina

Aus dem BernhardLand diesmal Strichfassungen aus:

1. GOETHE SCHTIRBT

(ca. 30 Min.)

Goethe stirbt nicht einfach, bei Thomas Bernhard „schtirbt“ er, und zwar vermutlich deshalb, weil das Wort sterben zu klein ist für einen so großen Geist. Der in die Länge gezogenen Anlaut markiert die Höhe, von der ein Dichterfürst fällt. Wenn sein Licht erlischt, zieht es einen Schweif hinter sich her. Bernhard zufolge hat der sterbende Goethe der Nachwelt nicht den enigmatischen Satz „Mehr Licht!“ auf den Weg gegeben. Tatsächlich soll er „Mehr nicht!“ gesagt haben, ein vergleichsweise lapidares Vermächtnis. Aber es ist ohnehin ein falscher Goethe und ein falscher Ludwig Wittgenstein, von deren gescheitertem Zusammentreffen Thomas Bernhard s Erzählung handelt. Das ersieht man schon daraus, dass Wittgenstein 140 Jahre später als Goethe geboren wurde. In der Erzählung aber stirbt der österreichische Philosoph just einen Tag, bevor ihm Goethes Einladung nach Weimar überbracht wird. Nach der Lektüre der roten Suhrkamp-Ausgabe des „Tractatus logico-philosophicus“ betrachtet Goethe Wittgenstein als seinen „philosophischen Sohn“ und ebenbürtigen Vollender und bestellt ihn für den 22. März, seinen tatsächlichen Todestag, zu sich ...

2. MEINE PREISE

(ca. 85 Min.)

Der 2009 erstmals publizierte Text in neun Kapiteln und einem Anhang ist für Bernhard-Liebhaber eine Sensation. Eine fulminante Prosakomödie auf dem höchsten Stand der Bernhardschen Kunst.
Die absurden und grotesken Begebenheiten, zu denen sich die Umstände der ihm verliehenen literarischen Auszeichnungen entwickelten, werden vom großen und größten Übertreibungskünstler schonungslos aufgedeckt ...

Thomas Bernhards Selbstporträt als Preisempfänger: "Nicht der Preis der Freien Hansestadt Bremen selbst war es, der mich aus meiner Stimmungs-, ja aus meiner Existenzkatastrophe errettete, sondern der Gedanke, mit der Preissumme von zehntausend Mark mein Leben abzufangen, ihm eine radikale Wendung zu geben ... es wieder möglich zu machen."



"Man kann ihn zitieren, man kann sich stundenlang in Bernhard'schen Sätzen unterhalten. Man kann mit den Sätzen leben." (Der Schauspieler Bernhard Minetti)

Kartenreservierung: brmarkus@yahoo.com
Telefon 089 12 73 71 35



www.martin-pfisterer.de
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